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Maritimes Mühlhausen/ Thüringen seit dem Mittelalter

Schon seit dem frühen Mittelalter lassen sich wirtschaftliche Bestrebungen des Rates der freien Reichsstadt Mühlhausen und ihrer Handwerker, Händler und Kaufleute zum Handel mit den entwickelten Großstädten im Westen und Nordwesten des Landes nachweisen. Ziel der Bestrebungen waren besonders die Hafenstädte der Nord- und Ostsee mit dem Hanse-Verbund und ihren Verbindungen nach Übersee.

Goldene Kogge über der Haustür Görmarstrasse 68 in Mühlhausen/ Foto: privat

Die günstige Lage der Stadt Mühlhausen an den Handelsstraßen in die mitteldeutsche Region sowie nach Russland, ins Baltikum und nach Schweden förderte die Expansion des Mühlhäuser Handels.

In den Archiven der Stadt befinden sich noch heute Schriftstücke und Urkunden, welche Handelsverbindungen und Geschäftsbeziehungen zu Städten wie Hamburg seit 1286, Bremen, Lübeck, Braunschweig, Aachen und Köln sowie Goslar um 1401 und 1418 nachweisen.

Mühlhausen gehörte im späten Mittelalter zu den größten Städten im mitteldeutschen Raum und lag im Schnittpunkt wichtiger Handelsstraßen, die hauptsächlich den niedersächsischen Raum mit Erfurt verbanden. Eine wirtschaftliche Verbindung zu den Hansestädten im Norden und  Westen des Landes war für die Stadt von besonderem Interesse. Für den Warentransport wurde auch der Wasserweg der Werra und Weser zwischen Wanfried und Bremen genutzt. 1430 trat der von Erfurt, Mühlhausen und Nordhausen gebildete Thüringer Städtebund förmlich der Hanse als Mitglied des niedersächsischen Quartiers bei. Letzte Aktivitäten in Mühlhausen bezüglich der Hanse sind für 1621 belegt.

Der „Mühlhäuser Hafen“ befand sich in Wanfried an der Werra im heutigen Bundesland Hessen. Hier wird die alte Hafenanlage von einem ortsansässigen Verein vorbildlich gepflegt und instand gehalten.

Werrahafen in Wanfried/ Foto: privat

 

Auch Mühlhausen selbst pflegte weiter die Verbindung zur See. So wurde am 27.08.1976 ein Frachtschiff der Mercator- Klasse mit dem Namen „Mühlhausen“ in Dienst gestellt. Am 21.12.1993 wurde die „Mühlhausen“ außer Dienst gestellt.

Frachtschiff „Mühlhausen“ der DSR (Deutsche Seereederei, ehemalige Staatsreederei der DDR) Foto: Privat

 

Nach der Wende erhielt ein Minentaucher- Boot der Bundesmarine den Namen „Mühlhausen“.

Zitat © Bundeswehr / Archiv /Presse- und Informationszentrum Marine: „Die „Mühlhausen“ war die erste Einheit der Marine, die nach der Wiedervereinigung den Namen einer Stadt aus den neuen Bundesländern erhalten hat. Bereits vor der Indienststellung wurde auf Beschluss des Stadtrates der thüringischen Stadt Mühlhausen am 1. Dezember 1994 eine Patenschaft mit dem Minentaucherboot „Mühlhausen“ beschlossen.“

 

Minentaucherboot MÜHLHAUSEN (Quelle: © Bundeswehr/Archiv/Presse- und Informationszentrum Marine)

 

Die „Mühlhausen“ wurde am 20. Juni 2007 in Wilhelmshaven außer Dienst gestellt.